Und alle so: Yeah!

Zum Tarifabschluss im öffentlichen Dienst

Irgendwie erinnert das alles an schon dagewesene Inszenierungen. Gewerkschaften fordern mehr Gehalt und dies und das - und die Arbeitgeber geben sich hartleibig. Am Ende treffen sich die Tarifpartner irgendwo in der Mitte. So in etwa lässt sich auch das Ergebnis für den öffentlichen Dienst 2018 beschreiben. Immerhin ist die Gehaltssteigerung höher, als in den vergangenen Tarifrunden, ein Ausgleich für die schmalen Steigerungen des letzten Jahrzehnts ist damit jedoch nicht gelungen. 

Wir freuen uns, dass diesmal zwei Wochen Warnstreiks ausgereicht haben, um Bewegung in die Verhandlungen zu bekommen. Aber es muss allen Beteiligten klar sein, dass unsere Arbeit immer noch mehr Wert ist. 

Im folgenden dokumentieren wir die Ergebnisse der Verhandlungen, im angehängten PDF finden sich noch mehr Infromationen und auch die neue Entgelttabelle (mit den Werten für 2020).

 

 

Potsdam, 18. April 2018 – Nach drei langen Verhandlungstagen in Potsdam einigten sich die Tarifparteien in der letzten Nacht auf einen Abschluss. Im Durchschnitt steigen die -Gehälter um 7,5 Prozent. „Wir hätten uns eine kürzere Laufzeit gewünscht, aber das ist unter dem Strich die höchste Steigerung seit Jahren und ein richtig gutes Ergebnis“, sagte GEW-Verhandlungsführer Daniel Merbitz in Potsdam. Gewerkschaften und Arbeitgeber verständigten sich auf einen komplexen Abschluss, von dem Berufseinsteiger in der Entgeltstufe 1 besonders stark profitieren. Ihre Gehälter steigen um bis zu 12 Prozent. „Das Lohndumping für Berufseinsteiger haben wir damit beendet und den öffentlichen Dienst attraktiver gemacht“, erläuterte Merbitz. Auch mit ihrer Forderung nach einer sozialen Komponente setzten sich die Gewerkschaften durch und erreichten gleichzeitig bei den mittleren und höheren Entgeltgruppen Zuwächse. Die Entgelte für den Sozial- und Erziehungsdienst steigen durchgängig um mindestens 7,3 Prozent.  

Positiv ist zudem, dass die Jahressonderzahlung für die Beschäftigten im Tarifgebiet Ost nun endlich an das Westniveau angeglichen wird. Sie wird schrittweise ab 2019 über vier Jahre erhöht, so dass es ab dem Jahr 2022 eine einheitliche Jahressonderzahlung in allen Bundesländern geben wird. Die Auszubildenden in Erziehungsberufen nach dem PiA-Modell (Praxisintegrierte Ausbildung) werden in den Geltungsbereich der Tarifverträge aufgenommen. Die Regelungen zur Altersteilzeit werden fortgeschrieben. Das bedeutet, dass ein Rechtsanspruch der Beschäftigten auf Altersteilzeit im Rahmen der bestehenden Quote erhalten bleibt.  

Die GEW hat einen weiteren Erfolg für sich verbucht: „Wir haben die Zusage des VKA-Verhandlungsführers Dr. Thomas Böhle, dass die GEW mit dem kommunalen Arbeitgeberverband Bayern (KAV Bayern) über eine tarifliche Entgeltordnung für angestellte Lehrkräfte an den kommunalen Schulen verhandeln kann“, betonte Merbitz. Auf Druck der GEW hat die Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) den Weg für Tarifverhandlungen -frei gemacht.  

Nicht durchsetzen konnten sich die Gewerkschaften mit ihrer Forderung, im Tarifvertrag eine Option für die Vereinbarung eines kostenlosen Nahverkehrstickets für Beschäftigte zu schaffen. Diese ökologische Komponente lehnten die Arbeitgeber strikt ab, doch die Forderung bleibt auf der Agenda der GEW.