Frauen und Rechtsextremismus – ein Widerspruch?

Ein Veranstaltungshinweis am 08./09. Juni

Spätestens seit der Silvesternacht 2015/2016 in Köln werden Taten wie sexuelle Übergriffe bzw. jegliche Gewalt gegen Frauen von Rechten instrumentalisiert, um fremden- feindliche Hetze zu verbreiten. Statt einer Solidarisierung mit den Opfern, werden die Taten von rechten Gruppierun- gen für rassistische Zwecke missbraucht. Hierbei propa- gieren sie, dass durch die Grenzöffnung die „deutschen“ Frauen nicht mehr geschützt sind. Dieser offenkundige Rassismus, indem nur die nicht-deutsche Bevölkerung zu Tätern gemacht wird, ist ein wichtiges Ideologieelement der „rechten Bewegung“ geworden. Es wird von rechten Organisationen als Kampagne missbraucht. So gründeten sich nach dem Mord einer jungen Frau in Kandel Bürger- initiativen wie „Mütter gegen Gewalt“, bei deren Demos überwiegend männliche Personen aus verschiedenen Gruppierungen und Parteien wie NPD, die Rechte, die Identitäre Bewegung, Pegida oder AfD mitwirken.

Gleichzeitig wird unser Frauenbild, welches in der Ge- sellschaft und Arbeitswelt durch eine selbstbestimmende und unabhängige Frau geprägt ist, vom rechten Gesell- schaftsmodell angezweifelt. Die Kritik gegen das „Gender Mainstreaming“ findet Einzug nicht nur in den öffentlichen Diskurs, sondern auch in die Betriebe und wird zunehmend zu einem Problem für die Durchsetzung der Gleichbehand- lung der Geschlechter am Arbeitsplatz. Um diesen negati- ven Entwicklungen entgegenzuwirken, müssen Feminis- mus und Antirassismus zusammen gedacht werden. Dies gilt auch vor dem Hintergrund der aktiven, aber durchaus ambivalenten Rolle der Frau in der rechten Szene, die zwi- schen der traditionellen „Kümmerin“ und der aggressiven, militanten „Kriegerin“ schwenkt.

 

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Ort der Veranstaltung

Bildungsstätte Steinbach IG Bauen-Agrar-Umwelt Waldstraße 31
61449 Steinbach (Taunus)