Mit uns ist zu rechnen

Südhessisches Bündnis „Gemeinsam gegen Altersarmut von Frauen“

Das Südhessische Bündnis „Gemeinsam gegen Altersarmut von Frauen“ ist ein Zusammenschluss von Akteur*in- nen aus Gewerkschaften, Kirchen, Wohlfahrtsverbänden, Institutionen und Vereinen sowie Einzelpersonen, die es sich zum Ziel gesetzt haben, sich gemeinsam gegen die Verarmung von Frauen im Alter auszusprechen. Wir benennen strukturelle Ursachen von Armut von Frauen, insbesondere mit Blick auf ihre Einkommens- und Ren- tensituation und setzen uns für Alternativen für ein würdiges Auskommen von Frauen im Alter ein.

Gemeinsame Erklärung

Die Armut im Alter ist weiblich!

Nach wie vor haben Frauen nicht die gleichen Einkommenschancen wie Männer. Die Folge: Ihr Alterseinkommen ist häufig geringer und Altersarmut überwiegend weiblich. Die Lohnlücke zwischen den Geschlechtern liegt immer noch bei 21 Prozent. Frauenspezifische Lebensläufe hinterlassen gravierende Lücken bei der Alterssicherung. In der Folge wachsen Einkommensdifferenzen zu drastischen Alterssicherungslücken an. Laut OECD- Bericht vom 6.12.2017 liegt die Rentenlücke zwischen Frauen und Männern in Deutschland derzeit bei 46 Prozent.

Das südhessische Frauenbündnis hat sich zum Ziel gesetzt, die Ursachen von Armut von Frauen im Alter zu benennen und sich für wirksame Alternativen einzusetzen. Wir zeigen auf was passiert, wenn nichts passiert.

Die Rente ist das Spiegelbild des Erwerbslebens. Typische Erwerbsbiografien von Frauen wirken sich direkt auf die Rentenhöhe aus. Sozial ungenügend abgesicherte Jobs wie unfreiwillig geringe Teilzeit, Minijobs, Schein- selbstständigkeit und Freiberuflichkeit, ein geringes Entgelt oder Wechselfälle des Lebens wie eine Scheidung, führen zu geringeren Ansprüchen in der gesetzlichen Rentenversicherung.

Wir setzen uns deshalb ein für

  • die Aufwertung und bessere Bezahlung der klassischen Frauenberufe
  • gesetzliche Maßnahmen zur Eindämmung des Niedriglohnsektors
  • Abschaffung der Minijobs / Sozialversicherungspflicht ab dem ersten EURO
  • eine deutliche Erhöhung des Mindestlohnes
  • eine geschlechtergerechte Verteilung von Sorge- und Erwerbsarbeit
  • das Rückkehrrecht von Teilzeit auf Vollzeit
  • die Abschaffung steuerlicher Fehlanreize wie z.B. das Ehegattensplitting

Die gesetzliche Altersrente ist gerade für Frauen die wichtigste Säule der Alterssicherung. Frauen haben oft nicht die Möglichkeit und den finanziellen Spielraum, um betrieblich oder privat zusätzlich vorzusorgen.

Wir setzten uns deshalb ein für die Stärkung der gesetzlichen Rente anstatt einer weiteren Förderung der privaten Vorsorge, z.B. der Riester-Rente.

Hinzu kommt die immer noch ungenügend rentenrechtliche Anerkennung von Sorgearbeit z.B. in der Pflege von Angehörigen oder der Erziehung von Kindern.

Wir setzen uns deshalb für eine bessere Anrechnung von Zeiten der Nichterwerbstätigkeit durch Sorgear- beit ein!

Wer lange Zeit nur ein geringes Arbeitsentgelt erhält, kann im bestehenden Rentensystem keine auskömmliche Altersversorgung aufbauen.

Wir setzen uns deshalb ein für

  • eine bessere Bewertung niedriger Einkommen
  • die Einführung einer existenzsichernden Mindestrente unabhängig vom Erwerbsverlauf!

Wer aufgrund eines Unfalls oder einer Erkrankung nicht mehr in der Lage ist erwerbstätig zu sein, darf nicht in Armut geraten – gerade im Alter nicht.

Wir setzen uns deshalb für eine deutliche Verbesserung der Erwerbsminderungsrenten und eine Beseiti- gung der Abschläge bei dieser Rente ein!

Flyer "Bündnis gegen Alterarmut"