Krieg in Afrin

Die Türkei im demokratischen Ausnahmezustand

Eine Veranstaltung der GEW Südhessen.

Aktualisiert am 17.06.2018 um zwei Bilder von der Veranstaltung.

Bild 1: Vor interessierter Zuhörer*innenschaft wurde ein umfassenden Blick auf die innen- und außenpolitische Situation der Türkei geworfen.

Bild 2: Auf dem Podium Manon Tuckfeld (GEW BV Südhessen), Vertreter*innen türkischer Gewerkschaften, Michael Wilk (Arzt, Aktivist, Kenner der Situation vor Ort).

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„In der türkisch besetzten nordsyrischen Region Afrin werden Tausende islamistische »Gotteskrieger« angesiedelt. Zuerst hatten 4.000 Familien von Kämpfern der »Freien Syrischen Armee« (FSA), die am Einmarsch in den kurdischen Selbstverwaltungskanton beteiligt waren, Häuser und Wohnungen geflohener Kurden okkupiert. Nun kommen auch aus anderen Landesteilen Dschihadisten nach Afrin“.


https://www.jungewelt.de/artikel/332178.landr%C3%A4uber-in-afrin.; 9.05.2018 

 

Die Nachricht stammt vom Anfang Mai diesen Jahres. Ansonsten ist es ruhig geworden um Afrin. 
Nur selten finden kritische Nachrichten ihren Weg  in große und angesehene bundesdeutsche Zeitungen, wenn es um Menschenrechtsverletzungen und den völkerrechtswidrigen Angriffskrieg – unter anderem mit in Deutschland produzierten Waffen – geht. 

 

Mit der Offensive ‚Olivenzweig‘, vom türkischen Präsidenten beschlossen, wird das Ziel verfolgt, die Kurden aus der Region Afrin zu vertreiben. Nach den Angriffen fiel Afrin am 18. März. Damit endete wieder einmal der Traum der Kurden von einer eigenen autonomen Region an der Grenze zur Türkei.

 

Auch innenpolitisch entwickelt sich die Türkei in atemberaubendem Tempo zu einem autokratischen Staat. Nach dem Putschversuch am 15. Juli 2016 sind im öffentlichen Dienst der Türkei mehr als 100.000 Menschen entlassen worden – sie haben von heute auf morgen ihre Lebensgrundlage verloren. Zahlreiche oppositionelle Zeitungen und sonstige Medien wurden verboten. Journalistinnen und Journalisten, Lehrkräfte, Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter, Künstlerinnen und Künstler – letztlich alle, die der AKP-Regierung kritisch gegenüberstehen - werden bedroht, eingeschüchtert, Gewalt ausgesetzt, verschleppt und ins Gefängnis geworfen. 

 

Wir wollen im Rahmen unserer Veranstaltung über die Lage in der Türkei und ihre Kriegspolitik informieren – den Schwerpunkt wird dabei der Krieg der Türkei bilden.

 

Der Wiesbadener Arzt, Anarchist und Autor der Monatszeitschrift Graswurzelrevolution, Dr. med. Michael Wilk, war von 2014 bis März 2018 mehrmals im umkämpften Nordsyrien und leistete dort medizinische Hilfe. Er berichtet in seinem Vortrag über die Zusammenarbeit mit dem „Kurdischen Roten Halbmond“, die basisdemokratische Selbstverwaltung in Rojava und über die aktuellen Ereignisse in Afrin.

 

Diskutiert werden sollen aber auch die geostrategischen, wirtschaftlichen und innenpolitische Interessen Deutschlands (wie beispielsweise der Flüchtlingsdeal), die hinter dem Agieren der Bundesregierung stecken.

 

Wo: Aula der Evangelischen Hochschule Darmstadt

Wann: 13.06.18 von 18:00 Uhr bis 20:30 Uhr



 

Nachfragen unter: info@gew-suedhessen.de

Veranstalter: Bezirksverband Südhessen der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft, Gagernstraße 8, 64283 Darmstadt