Wie hältst du es mit der Inklusion, GEW?

Fachgespräch: 13. Mai, Darmstadt

Achtung: aktualisierte Raumänderung

14 bis 17 Uhr

in den Räumen des BV Südhessen der GEW

Gagernstr. 8, 64283 Darmstadt

Anmeldung der Vertreter eures KV bzw. eurer Fachgruppe

bitte bis zum 4. Mai 2019 unter info@gew-suedhessen.de

Geplanter Ablauf

  1. Begrüßung 
  2. Vorstellung des LDV-Beschlusses zur Inklusion (Harald Freiling)
  3. Diskussion entlang strittiger Punkte, z.B. Abordnungsproblematik der BFZ-Kräfte, Erhalt der Förderschulen, Rechte und Pflichten der BFZ-Kräfte an den Regelschulen, Möglichkeiten der Unterstützung durch UBUS, etc. 
  4. Zusammenstellung möglicher erster Arbeitsergebnisse für die weitere Diskussion in KV, BV und FG

Für einen Imbiss ist natürlich gesorgt.

Liest man den Koalitionsvertrag der neuen alten Landesregierung, scheint das Thema Inklusion einen höheren Stellenwert zu bekommen, wird es doch in einem eigenen Unterpunkt erwähnt. Schaut man genauer hin, bleibt wohl aber sehr vieles beim Alten. Das Nebeneinander von Förder- und Regelschulen bleibt bestehen, aber man verspricht den Grundschulen pro 250 SchülerInnen die Zuweisung einer Förderpädagogenstelle samt Deputat für eine fachliche Anbindung dieser Lehrkräfte an die BFZ. Das könnte einen Einstieg in die laut aktueller Beschlusslage von der GEW geforderten systemischen Zuweisung darstellen. Zweifel sind aber auch hier angebracht, schließlich fehlen hunderte ausgebildete Förderschullehrer in Hessen. Zweifel sind aber auch angebracht, ob dies den Wünschen der Förderschullehrkräften entspricht. Und auch an den Regelschulen brodelt es.

Es ist keine kleine Gruppe von Kolleginnen und Kollegen, die sich von der Art und Weise der inklusiven Beschulung in Hessen stark belastet fühlt. Die Akzeptanz inklusiver Beschulung sinkt, es kommt zu offener Kritik an (vermeintlichen) GEW-Positionen und vereinzelt auch zu Austritten, was wiederum einzelne KV stark umtreibt. Es herrscht in dieser Gruppe zudem die Meinung vor, dass in der GEW über das Thema Inklusion nicht diskutiert werden dürfe. Auf der anderen Seite ist es mehrheitlich Konsens, dass jedes Kind einen Anspruch auf Teilhabe hat und dass es Aufgabe auch der DGB-Gewerkschaften, besonders aber der GEW, sein muss, für dieses Menschenrecht einzustehen.

Konkrete Fragen des Arbeitsalltags (Aufsichten, Vertretungen, Abordnung der BFZ-Kräfte ja oder nein) werden von den Kollegien und GEW-Mitgliedern der Regelschulen, der BFZ und der Förderschulen unterschiedlich beantwortet. Hier fehlt eine Antwort der GEW-Hessen, die die Bedürfnisse beider Gruppen berücksichtigt und mehrheitlich anerkannt werden kann.

Wie geht die GEW mit dem Widerspruch zwischen dem pädagogischen, demokratischen und sozialen Auftrag einer Bildungsgewerkschaft einerseits und  den gewerkschaftlichen Perspektiven für die Identifikation mit dem eigenen Arbeitsplatz und dem Abbau der  Arbeitsbelastung um? Welche Gelingensbedingungen lassen sich formulieren? Welche Einschätzungen und welchen weiteren Forderungen ergeben sich aus der Praxis inklusiver Beschulung?

Um diese Fragen zu erörtern und einen ersten Schritt in Richtung eines in der GEW tragfähigen Konsenses zu finden, laden wir ein oder zwei interessierte Mitglieder aller KV des BV Südhessen sowie je einer Vertreterin oder einen Vertreter der Landesfachgruppen Sonderpädagogik, Grundschule, Gesamtschule und Gymnasium zu einem Fachgespräch ein.

Mit GEWerkschaftlichen Grüßen

Thilo Hartmann – Mitglied im Vorsitzendenteam des BV Südhessen