GEW Hessen News Feed http://dev.vbox.intern de_DE GEW Hessen Mon, 24 Jun 2019 08:21:37 +0200 Mon, 24 Jun 2019 08:21:37 +0200 TYPO3 EXT:news news-318 Sun, 23 Jun 2019 14:10:46 +0200 Fachgespräch Inklusion https://www.gew-suedhessen.de/home/details/318-fachgespraech-inklusion/?tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&cHash=4bda1b91359b275ca43ab7c75a6b7867 Vertreter aus sieben südhessischen Kreisverbänden trafen sich am 13.5. zum ersten Fachgespräch Inklusion in der Geschäftsstelle des Bezirksverbandes Südhessen. Unter dem Titel „Wie hältst du es mit der Inklusion, GEW?“ diskutierten die Teilnehmer*innen über den Umgang mit dem oft als Widerspruch wahrgenommenen Spannungsfeld zwischen pädagogischem, demokratischem und sozialem Auftrag der GEW einerseits und den Perspektiven für die Identifikation mit dem eigenen Arbeitsplatz und dem Abbau der Arbeitsbelastung andererseits. In dieser ersten Auflage, an der Vertreter fast aller Schulformen teilnahmen, standen besonders Aspekte der Entlastung innerhalb des Systems und die Rolle der Lehrkräfte in Regelschulen und BFZ im Vordergrund. Im Austausch wurde nicht nur deutlich, wie unterschiedlich Inklusion in den verschiedenen Kreisen und Schulformen gestaltet wird. Die Schilderungen der Bedürfnisse der einzelnen Akteure schärfte gleichzeitig den Blick für die Komplexität der Realitäten multiprofessioneller Teams an Regelschulen. Einigkeit herrschte darüber, dass es auf lange Sicht zu einer Verortung zumindest der großen Mehrzahl der Förderschullehrkräfte an der Regelschule kommen wird und kommen muss. Dies ist mittelfristig unter den momentanen Bedingungen allerdings nicht realistisch. Die Bedenken der BFZ-Lehrkräfte, unter den momentanen Bedingungen an eine Regelschule versetzt zu werden, konnten von den Teilnehmenden gut nachvollzogen werden. Gleichzeitig jedoch muss für Lehrkräfte an Regelschulen eine Verlässlichkeit beim Einsatz der BFZ-Lehrkräfte bestehen. In diesem Zusammenhang sprachen sich die Teilnehmer*innen gegen Zwangsversetzungen und Vereinzelung von BFZ-Lehrkräften an Regelschulen aus, betonten jedoch, dass es die Möglichkeit der Einstellung von Förderschullehrkräften an Regelschulen geben sollte. Die Regelschule kann in hohem Maße von der Sachkompetenz und dem anderen Blick der Förderschulkolleg*innen profitieren. Dazu jedoch müssen sich diese in das Regelschulsystem einbringen können (Mitbestimmung und Mitgestaltung z.B. in den GeKo), ohne dass dies on top geschieht. Auf der anderen Seite muss es für Förderschullehrkräfte ein System professioneller Rückkopplung geben, nicht nur zur Wahrung der Fachlichkeit, sondern auch, um gemeinsame Interessen artikulieren zu können. Um einen Einsatz in beiden Systemen zu ermöglichen, ohne zwischen ihnen zerrieben zu werden, bedarf es klarer Vereinbarung über die Rolle der Förderschullehrkraft an der Regelschule und innerhalb des Systems professioneller Rückkopplung in Hinblick auf Arbeitszeit und Arbeitsverdichtung. 

Einmütigkeit herrschte unter den Teilnehmenden, dass die Kooperation innerhalb von multiprofessionellen Teams nur funktionieren kann, wenn hierfür Deputate bereitgestellt werden. Hierzu sollte unter anderem ein Teil der ISB-Verwaltungsressourcen verwendet werden. Um dem eklatanten Mangel an Lehrkräften zu begegnen und um sicherzustellen, dass die Ressourcen für den Inklusiven Unterricht auch tatsächlich bei den Schüler*innen ankommen, hielten es die Teilnehmenden auch für angebracht, dass, sollten Stellen für Förderschullehrkräfte nicht besetzt werden können, eine Einstellung an der Regelschule ermöglicht wird. 

Bisher gibt es kaum Möglichkeiten, mit Kolleg*innen verschiedener Schulformen über die Grenzen des eigenen KV hinweg in einen offenen Austausch zu kommen. Dieser aber ist notwendig, um als Gewerkschaft den Blick für die Arbeitsbedingungen und die sich daraus entwickelnden Bedürfnisse in ihrer Gesamtheit zu schärfen. Und dies ist unabdingbar, möchte die GEW weiterhin den Anspruch aufrechterhalten, alle im Bereich Bildung und Wissenschaft arbeitende Professionen zu vertreten. Die Organisatoren würden sich sehr freuen, wenn dieses Format Schule machte und Kreisverbände zum Beispiel im Rahmen einer Fortbildung BFZ-Personalräte mit denen der dort verorteten Regelschulen an einen Tisch bringen würden.

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Aktuell
news-317 Wed, 15 May 2019 09:56:35 +0200 Bildungs- und finanzpolitische Tagung mit Fraktionsvorsitzenden des Hessischen Landtags https://www.gew-suedhessen.de/home/details/317-bildungs-und-finanzpolitische-tagung-mit-fraktionsvorsitzenden-des-hessischen-landtags/?tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&cHash=fb3c95d76979cb91e6f036f2b13aca2d Aufbruch im Wandel oder beharrlich den Mangel weiter verwalten? Mittwoch, 29. Mai 2019 | DGB-Haus Frankfurt Die GEW diskutiert mit: Fraktionsvorsitzenden des Hesssischen Landtags  

Bettina Wiesmann, MdB CDU (i.V. für Michael Boddenberg)
Mathias Wagner, BÜNDNIS ‘90/DIE GRÜNEN
Thorsten Schäfer-Gümbel, SPD
René Rock, FDP
Jan Schalauske, DIE LINKE
Maike Wiedwald, Vorsitzende GEW Hessen

Zur Lage der öffentlichen Haushalte | Prof. Dr. Achim Truger, Universität Duisburg-Essen, Sachverständigenrat

Die Veranstaltung ist von der Hessischen Lehrkräfteakademie akkreditiert.

Der Koalitionsvertrag der am 18. Januar gebildeten schwarz-grünen Landesregierung trägt den Titel „Aufbruch im Wandel durch Haltung, Orientierung und Zusammenhalt“. Gemessen an den Forderungen der GEW nach einem 500 Millionen Euro umfassenden Sofortprogramm für den Bildungsbereich stellt die Vereinbarung von Union und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN alles andere als einen Aufbruch dar. Zwar werden hier und da Verbesserungen – etwa im Bereich der Hochschulen – in Aussicht gestellt, aber von wirklich durchgreifenden und substanziellen Veränderungen kann kaum die Rede sein. Zudem stehen fast alle im Koalitionsvertrag verabredeten Maßnahmen unter einem Finanzierungsvorbehalt.

Im Rahmen der Tagung sollen zum einen die finanzpolitischen Spielräume der öffentlichen Haushalte in Hessen vor dem Hintergrund der Schuldenbremse und der aktuellen konjunkturellen Situation ausgelotet werden. Zum anderen sollen die bildungspolitischen Vorhaben der neuen Landesregierung kritisch bewertet und Alternativen diskutiert werden.

Ablauf

ab 9.30 Uhr Offener Beginn

10.00–10.30 Uhr Begrüßung und Einleitung: Bildungspolitik in Hessen – Anspruch und Wirklichkeit | Karola Stötzel, stellvertretende Vorsitzende der GEW Hessen

10.30–11.30 Uhr Zur Lage der öffentlichen Haushalte | Prof. Dr. Achim Truger | Universität Duisburg-Essen, Mitglied im Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung

11.30–13.00 Uhr Arbeitsgruppenphase | Arbeitsbedingungen und Bedarfe in Kitas, Schulen und Hochschulen

13.00–13.30 Uhr Pause

13.30–15.00 Uhr Diskussion

  • Maike Wiedwald, Vorsitzende GEW Hessen
  • Bettina Wiesmann, MdB CDU
  • Mathias Wagner, Fraktionsvorsitzender BÜNDNIS ‘90/DIE GRÜNEN
  • Thorsten Schäfer-Gümbel, Fraktionsvorsitzender SPD     
  • René Rock, Fraktionsvorsitzender FDP
  • Jan Schalauske, stellv. Fraktionsvorsitzender DIE LINKE  

Moderation: Ludger Fittkau, Landeskorrespondent des Deutschlandradios

Anmeldung

Die Veranstaltung beginnt pünktlich um 10 Uhr. Für die Vorbereitung (auch für Essen und Getränke) bitten wir um Voranmeldung bis 24. Mai 2019.

 geschaeftsfuehrung@gew-hessen.de
Oder per Post: GEW Hessen, Postfach 17 03 16 60077 Frankfurt

Flyer
Plakat

Bild: Jonas Tebbe, unsplash.com

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Aktuell
news-315 Fri, 10 May 2019 07:28:34 +0200 Umfrage zum Unterrichtsausfall in Hessen https://www.gew-suedhessen.de/home/details/315-umfrage-zum-unterrichtsausfall-in-hessen/?tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&cHash=850a6976474552c7ce638dcdde78456e Landeselternbeirat (LEB): Briefe an Eltern- und Schüler_innenvertretungen kommen nicht an. Frist verlängert! Teilnahme bis Ende Mai möglich! Wie der Vorsitzende des Landeselternbeirats Korhan Erkinici mitteilte, gingen bei ihm und in der Geschäftsstelle des Landeselternbeirats viele Beschwerden ein, dass Eltern- und Schülervertretungen Briefe des Landeselternbeirats nicht erhalten haben.

Der Landeselternbeirat informierte mit diesen Briefen über eine Online-Umfrage. Mit dieser Befragung soll ermittelt werden, ob die Personaldecke an den Schulen ausreichend dimensioniert ist, um einen reibungslosen Unterricht zu gewährleisten.

Aufgrund dieser Probleme bei der Zustellung der Briefe hat der Landeselternbeirat die Frist zur Teilnahme verlängert. Auch alle, die bereits teilgenommen haben, können bis zum Ende der Teilnahme Aktualisierungen vornehmen.

Die GEW Hessen bittet die Kolleginnen und Kollegen an den Schulen, die Elternbeiräte und die SchülerInnenvertretung auf die Umfrage des LEB und auf die Verlängerung der Teilnahmefrist bis Ende Mai hinzuweisen.

Die entsprechende Mitteilung des Landeselternbeirats und den Link zur Online-Befragung findet man auf der Homepage https://leb-hessen.de.

Den schulbezogenen Zugangscode findet man auf dem Anschreiben. Ist dieses nicht eingegangen, kann man den Zugangscode auch per E-Mail anfordern:

tanja.pfenning@leb.hessen.de

 

 

 

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Aktuell
news-314 Thu, 09 May 2019 10:37:37 +0200 Wie hältst du es mit der Inklusion, GEW? https://www.gew-suedhessen.de/home/details/314-wie-haeltst-du-es-mit-der-inklusion-gew/?tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&cHash=0d7abdaeafff1a31ef27a581458bbc63 Fachgespräch: 13. Mai, Darmstadt Achtung: aktualisierte Raumänderung 14 bis 17 Uhr

in den Räumen des BV Südhessen der GEW

Gagernstr. 8, 64283 Darmstadt

Anmeldung der Vertreter eures KV bzw. eurer Fachgruppe

bitte bis zum 4. Mai 2019 unter info@gew-suedhessen.de

Geplanter Ablauf

  1. Begrüßung 
  2. Vorstellung des LDV-Beschlusses zur Inklusion (Harald Freiling)
  3. Diskussion entlang strittiger Punkte, z.B. Abordnungsproblematik der BFZ-Kräfte, Erhalt der Förderschulen, Rechte und Pflichten der BFZ-Kräfte an den Regelschulen, Möglichkeiten der Unterstützung durch UBUS, etc. 
  4. Zusammenstellung möglicher erster Arbeitsergebnisse für die weitere Diskussion in KV, BV und FG

Für einen Imbiss ist natürlich gesorgt.

Liest man den Koalitionsvertrag der neuen alten Landesregierung, scheint das Thema Inklusion einen höheren Stellenwert zu bekommen, wird es doch in einem eigenen Unterpunkt erwähnt. Schaut man genauer hin, bleibt wohl aber sehr vieles beim Alten. Das Nebeneinander von Förder- und Regelschulen bleibt bestehen, aber man verspricht den Grundschulen pro 250 SchülerInnen die Zuweisung einer Förderpädagogenstelle samt Deputat für eine fachliche Anbindung dieser Lehrkräfte an die BFZ. Das könnte einen Einstieg in die laut aktueller Beschlusslage von der GEW geforderten systemischen Zuweisung darstellen. Zweifel sind aber auch hier angebracht, schließlich fehlen hunderte ausgebildete Förderschullehrer in Hessen. Zweifel sind aber auch angebracht, ob dies den Wünschen der Förderschullehrkräften entspricht. Und auch an den Regelschulen brodelt es.

Es ist keine kleine Gruppe von Kolleginnen und Kollegen, die sich von der Art und Weise der inklusiven Beschulung in Hessen stark belastet fühlt. Die Akzeptanz inklusiver Beschulung sinkt, es kommt zu offener Kritik an (vermeintlichen) GEW-Positionen und vereinzelt auch zu Austritten, was wiederum einzelne KV stark umtreibt. Es herrscht in dieser Gruppe zudem die Meinung vor, dass in der GEW über das Thema Inklusion nicht diskutiert werden dürfe. Auf der anderen Seite ist es mehrheitlich Konsens, dass jedes Kind einen Anspruch auf Teilhabe hat und dass es Aufgabe auch der DGB-Gewerkschaften, besonders aber der GEW, sein muss, für dieses Menschenrecht einzustehen.

Konkrete Fragen des Arbeitsalltags (Aufsichten, Vertretungen, Abordnung der BFZ-Kräfte ja oder nein) werden von den Kollegien und GEW-Mitgliedern der Regelschulen, der BFZ und der Förderschulen unterschiedlich beantwortet. Hier fehlt eine Antwort der GEW-Hessen, die die Bedürfnisse beider Gruppen berücksichtigt und mehrheitlich anerkannt werden kann.

Wie geht die GEW mit dem Widerspruch zwischen dem pädagogischen, demokratischen und sozialen Auftrag einer Bildungsgewerkschaft einerseits und  den gewerkschaftlichen Perspektiven für die Identifikation mit dem eigenen Arbeitsplatz und dem Abbau der  Arbeitsbelastung um? Welche Gelingensbedingungen lassen sich formulieren? Welche Einschätzungen und welchen weiteren Forderungen ergeben sich aus der Praxis inklusiver Beschulung?

Um diese Fragen zu erörtern und einen ersten Schritt in Richtung eines in der GEW tragfähigen Konsenses zu finden, laden wir ein oder zwei interessierte Mitglieder aller KV des BV Südhessen sowie je einer Vertreterin oder einen Vertreter der Landesfachgruppen Sonderpädagogik, Grundschule, Gesamtschule und Gymnasium zu einem Fachgespräch ein.

Mit GEWerkschaftlichen Grüßen

Thilo Hartmann – Mitglied im Vorsitzendenteam des BV Südhessen

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Aktuell
news-316 Fri, 26 Apr 2019 08:13:00 +0200 Für eine Entfristungsoffensive an den hessischen Hochschulen https://www.gew-suedhessen.de/home/details/316-fuer-eine-entfristungsoffensive-an-den-hessischen-hochschulen/?tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&cHash=966ad45a4fa4a2f8285893859ff109c5 Petition zeichnen Die Petition Für eine Entfristungsoffensive an den hessischen Hochschulen!ist bereits im Vorjahr angelaufen, so dass bis Februar 2019 schon über 3.000 Unterschriften gesammelt werden konnten. Die Petition geht auf die Initiative für gute Arbeitsbedingungen an Hessens Hochschulen zurück, die von ver.di, dem Netzwerk für Gute Arbeit in der Wissenschaft (NGAWiss) und der GEW getragen wird. Vor Weihnachten wurden die ersten 1.350 Unterschriften an den damaligen hochschulpolitischen Sprecher der grünen Fraktion, Daniel May, übergeben. Mit Nina Eisenhardt gibt es nun eine neue hochschulpolitische Sprecherin, der die Forderungen überbracht werden sollen. Außerdem haben jetzt die Grünen mit Angela Dorn als Ministerin und Ayse Asar als Staatssekretärin das Hessische Ministerium für Wissenschaft und Kunst übernommen.

Das sind für uns Gründe, die Kampagne fortzusetzen und die Unterschriften zu einem späteren Zeitpunkt den erstarkten Grünen zu überreichen. Im Koalitionsvertrag werden uns Dauerstellen für Daueraufgaben, tarifvertragsähnliche Regelungen für Hilfskräfte und ein Kodex für gute Arbeit in der Wissenschaft versprochen. Es liegt jetzt maßgeblich an den Grünen, diesen Worten auch Taten folgen zu lassen. Die Petition kann noch bis Anfang Mai 2019 unterzeichnet werden. Am 13. Mai sollen die Unterschriften dann um 14 Uhr am hessischen Landtag überreicht werden. Bis dahin wollen wir noch möglichst viele Unterschriften sammeln. Bitte unterzeichnet die Petition, wenn noch nicht geschehen, und leitet diese E-Mail an eure Kolleginnen und Kollegen sowie eure Gliederungen weiter. Die Unterzeichnung ist online möglich:

https://weact.campact.de/petitions/fur-eine-entfristungsoffensive-an-den-hessischen-hochschulen

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Aktuell
news-313 Tue, 16 Apr 2019 15:29:10 +0200 Pädagogik als Waffe https://www.gew-suedhessen.de/home/details/313-paedagogik-als-waffe/?tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&cHash=8adc47cd30dfb86d60b6d47e46961dd2 Über die Kritisch-materialistische Pädagogik Über die Kritisch-materialistische Pädagogik  und wir sie in die Gewerkschaft hineintragen
Wann? Samstag, den 11.05.19 um 14Uhr
Wo? GEW Kreisverband Darmstadt, Gagernstraße 8 64283Darmstadt
Anmeldung bitte an: jungegew_da@gmx.de

 

Eine gekürzte und bearbeitete Fassung des Artikels erscheint in der HLZ 4/2019.

Was tun? Eine Pädagogik für die Arbeiterklasse1Proteste gegen die Neutralisierung der Pädagogik an der TU Darmstadt

Seit Beginn des Wintersemesters 2018/19 regt sich zunehmend Protest unter den Studierenden der TU Darmstadt, angefangen mit den Architekten, die mit einer Widerstandswoche gegen die verheerenden Zustände ihrer Gebäude und die mangelnde Besetzung der Lehrstellen protestierten, indem sie die Lehrveranstaltungen boykottierten und sich über die Lage ihres Instituts informierten. Beendet wurde die Woche durch eine Demonstration mit 600 Studierenden, die lokal auch medial große Aufmerksamkeit erfuhr, wodurch ein kleiner Teil der Studierendenschaft zur Einsicht gelangte, dass es notwendig und vor allem möglich ist, auch ohne Professorentitel als Subjekt aktiv in der Uni aufzutreten. So z.B. bei den Pädagogen, denen angeblich wegen der Überlastung des finanziell und personell ebenfalls schlecht ausgestatteten Instituts von einer externen Evaluationskommission und vom Präsidium vorangetriebene Umstrukturierungen ihres Studienganges drohen, in deren Rahmen der Monobachelor2 Pädagogik ausgesetzt und die inhaltliche Ausrichtung der übrig gebliebenen Professuren immer weiter in Richtung Digitalisierung zugeschnitten werden sollen. Ausgerechnet mit der mittlerweile allgegenwärtigen Digitalisierung möchte man also dem, in der Pädagogik der TU Darmstadt, wie es heißt, aufgrund einer zu breiten inhaltlichen Aufstellung mangelnden Profil, begegnen. Das Profil mangelt dummerweise am meisten dort, wo die wenigsten privaten Drittmittel eingeworben werden können. Und niedrige Drittmitteleinwerbungen bedeuten nach der neuesten marktkonformen Wissenschaftsdefinition schlechte Forschungsleistungen (vgl. Evaluationsbericht S.7). Die erste Professur, die dieser Agenda geopfert werden soll, ist zugleich die letzte, die die kritisch-materialistische Bildungstheorie, die das Wesen der 1967 gegründeten Darmstädter Pädagogik bildet, ansatzweise in Form einer kritischen Pädagogik weiter verfolgt

Um das Aussterben der "Darmstädter Pädagogik" in deren Heimstätte zu verhindern, trugen wir als junge GEW und Teil der Aktionsgruppe „Mut zur Kritik“ gemeinsam mit wissenschaftlichen Hilfskräften und Mitarbeiter*innen, sowie Studierenden anderer Fachbereiche die „Darmstädter Pädagogik“ symbolisch zu Grabe. Mit Bannern, Plakaten und Flugblättern zogen wir lautstark durch die Uni zur Bibliothek wo wir alle Bücher von Gamm und Koneffke, den Begründern der Darmstädter Pädagogik, in einen Sarg packten, um das Aussterben unserer Pädagogik zum Ausdruck zu bringen. Da wir jedoch eine Pädagogik, die die wirkliche Befreiung des Menschen von Lohnarbeit fordert, nicht Aussterben lassen durften, entschlossen wir uns dazu die kritisch materialistische Darmstädter Pädagogik in einem Theaterstück wieder zum Leben zu erwecken. Das Theaterstück führten wir u.a. in der Vorlesung der „Allgemeinen Pädagogik“ auf, um die Erstsemesterstudierenden über die Situation am Institut zu informieren und sie dazu aufzurufen bei dem Protest aktiv mitzuwirken. Auch dem Präsidenten der TU statteten wir einen Besuch ab, der uns darüber belehrte, dass die kritisch-materialistische Pädagogik mit einer Dampfmaschine zu vergleichen sei, deren Zeit nun einmal abgelaufen sei, was gleichbedeutend damit wäre zu fordern die Gewerkschaften sollen den Streik abschaffen, da dieser als Kampfform ja viel zu alt wäre.

Am Ende der Aktion trugen wir die Bücher der Darmstädter Pädagogen in einen Gemeinschaftsraum der Hilfskräfte, um dort eine Bibliothek der kritisch-materialistischen Pädagogik einzurichten und die Studierenden zur Auseinandersetzung mit ihren Institutsgründern zu bewegen und deren Theorie für die Praxis fruchtbar zu machen. Zwei Tage später gelang es dann durch Druck der Studierenden auf das Direktorium, bewaffnet mit Kochtöpfen, Musikinstrumenten und Megafonen und dem Rauch-Haus-Song von Ton-Steine-Scherben die Aussetzung des Monobachelors für mindestens ein Jahr zu verhindern. Doch gewonnen ist der Kampf damit noch lange nicht, denn die inhaltliche Neuausrichtung der Pädagogik steht immer noch bevor. Außerdem ist auch kein Ende der Überlastung am Institut in Sicht, die mit der finanziellen Situation und daher nicht besetzbarer Stellen für wissenschaftliche Hilfskräfte und Mitarbeiter*innen unmittelbar einhergeht.

Vom Scheitern der Bildung zum faschistischen Stadium des Kapitalismus

Die Kommerzialisierung von Bildung, die längst nicht nur die TU Darmstadt betrifft, sondern das gesamte Bildungswesen, ist ein alter Hut. Bereits 2015 ist im Heft 1 „Kritische Pädagogik-Eingriffe und Perspektiven“ von der „Neutralisierung der Pädagogik“ zu lesen, die nicht erst seit gestern und auch nicht nur an unserem Darmstädter Pädagogik Institut vorangetrieben wird. Neutralisierung bedeutet hier u.a., dass Spannungen3 und Konflikte nicht mehr thematisiert werden und die Pädago- gik ihrer Wirksamkeit beraubt wird . Weil es dem Zeitgeist nicht entspricht, werden Grundbegriffe preisgegeben, wobei genau die Begriffe, wie Materialismus, Proletariat, Autonomie, Mündigkeit, Freiheit und Befreiung, Imperialismus und Kapital, doch unsere Taschenlampen sind, um überhaupt eine klare Vorstellung der objektiven Verhältnisse und unserer subjektiven Ziele zu erhalten. Dieser Selbstmord aus Angst vor dem Tod, von dem bei uns allerorts die Rede ist, ist antiaufklärerisch. Auch der Gegenstandsbereich der Politischen Ökonomie, den Daniela Holzer bei einer Koneffke- Tagung im März 2018 an der TUD als den „Bass der Darmstädter Pädagogik“ bezeichnete, liegt vollkommen im Dunkeln. „Die verschiedenen Varianten einer kritischen Erziehungswissenschaft haben dieser Entwicklungstendenz mit den Weg geebnet, indem sie ihr eigenes Forschungsdesign von den gesellschaftlichen Grundkonflikten auf die Felder der Kultur und ästhetischen Erziehung verschoben und das Erkennen gesellschaftlicher Kräfte, Interessen und Auseinandersetzungen ein- trübten“.4 Dies ist vor allem das Resultat einer „feindlichen Übernahme“, d.h. der „Fremdverfü- gung der Großkonzerne“5 über die Wissenschaft der Pädagogik. „Es gibt in der bürgerlichen Gesell- schaft nur einen Wert, dessen Macht alles durchringt: der den Dingen einwohnende Tauschwert, der als Kapital die Bewegung seiner Akkumulation ist“6. Die Wissenschaft wird so zur Ware degradiert und ist vom Standpunkt der Herrschenden „gut aufgestellt“. Entgegen des Postulats der Wertfreiheit von Wissenschaft, die es nicht gibt, ist die Haltung der Wissenschaftler ausschlaggebend dafür, welchen Zweck und welches Ziel die Forschung hat. „In einer Gesellschaft der Lohnsklaverei eine unparteiische Wissenschaft zu erwarten wäre eine ebenso törichte Naivität, wie etwa von den Fabri- kanten Unparteilichkeit zu erwarten in der Frage, ob man nicht den Arbeitern den Lohn erhöhen sollte, indem man den Profit des Kapitals kürzt.“7

Um den Niedergang der Pädagogik, sowie den der Wissenschaft im Allgemeinen, in kapitalistischen Gesellschaften verstehen zu können, bedarf es also einer kritisch-materialistischen Pädagogik. Der Vereinnahmung der Pädagogik durch die Profitinteressen des Kapitals muss außerdem praktisch entgegengewirkt werden – ansonsten verschwindet sie gänzlich aus den bürgerlichen Institutionen. Denn, „dass mit dem Kapitalismus statt der Vernunft das Wertgesetz als Prinzip der zur vollendeten Unvernunft verkehrten Vernunft die bürgerliche8 Gesellschaft beherrscht, sieht die materialistische Pädagogik auch als ein Versagen der Pädagogik“ .

An dem Niedergang der Bildung in der bürgerlichen Gesellschaft hat die Darmstädter Pädagogik jahrzehntelang geforscht, sowohl was die Ursachen, als auch was die Folgen eines solchen Versagens der Pädagogik sind, wobei sie stets von den konkreten materiellen, gesellschaftlichen d.h. ökonomischen Bedingungen ausging. Dass es für Wissenschaft sowie für die Möglichkeit einer demokratischen Gesellschaft unerlässlich ist, dass die Menschen zu mündigen und kritikfähigen Individuen erzogen werden, ist spätestens seit der Aufklärung eine Binsenweisheit. Für Gamm undKoneffke, die ihre Forschungen nach den abscheulichen Verbrechen des deutschen Faschismus auf- nahmen, hieß das, herauszufinden wie die Aufklärung so kläglich scheitern konnte, wobei sie durch das Studium von Marx darauf kamen, das Vernunft, die sich nicht auf die konkreten materiellen Bedingungen bezieht notwendigerweise zur Phrase verkommt und an der Wirklichkeit scheitert. Denn es „ist nicht das Bewußtsein der Menschen, das ihr Sein, sondern umgekehrt ihr gesellschaft- liches Sein, das ihr Bewußtsein bestimmt“9. Jegliche Theorie rechtfertigt ihre Existenz also nur durch ihre Wirksamkeit für die Praxis. Über das Verhältnis von Vernunft und Faschismus schreibtGamm folgendes:

„Bei der manipulierten Nichtinanspruchnahme der Vernunft handelt es sich [...] um keine neutrale Entscheidung oder um ein sonstiges beliebiges Auswahlverfahren, vielmehr wird damit der Rückfall in die Barbarei eingeleitet, die im deutschen Faschismus die bisher schlimmste Beleidigung des Menschen als Glied der Menschheit zeitigte. Wenn der Faschismus die brutalste Manifestation von Unvernunft und Aberwitz in die Zeitgeschichte eintrug, so bietet der kapitalistische Produktionsprozess die ihm korrespondierende und aus- lösende Szene.“10

Dass der kapitalistische Produktionsprozess nicht den Regeln der Vernunft, sondern denen der Konkurrenz gehorcht, ist nach Gamm und Koneffke die Ursache des Elends. Bedient sich nämlich niemand der eigenen Vernunft, um den herrschenden Verhältnissen kollektiv etwas entgegenzuset- zen, so regiert im Kapitalismus nur noch die allein übrig gebliebene Verwertungslogik des Kapitals, die vor keinem Verbrechen Halt macht, um den Maximalprofit zu sichern. So zeigt Gamm auf, dass man den „Faschismus nicht als eigenständiges und abgegrenztes politisches Phänomen [auffassen darf], sondern als ein Derivat des Kapitalismus, um bürgerliche Herrschaft zu stützen“11. Der Faschismus stellt aber nicht bloß irgendeine andere Form kapitalistischer Herrschaft dar, sondern obendrein noch eine besonders profitable, unter Verhältnissen zugespitzter internationaler Konkur- renz eine notwendige Form, indem er die „Reduktion bzw. die Liquidation der Gewaltenteilung und ihrer Kontrollfunktionen [darstellt] [...], ohne den Produktionsprozess einzuschränken. [Es] [...] kann im Gegenteil gesteigert und die Ware mit geringeren sozialen Reibungsverlusten hergestellt werden, weil die Träger der Arbeitskraft fortan ‚gleichgeschaltet‘ sind und ihre zugestanden Be- dürfnisse sich nicht quer zu den Profitinteressen bewegen können, Lohnkämpfe füglich ausge- schlossen sind. Staat und Kapital werden verschweißt und halten die sperrige Arbeiterschaft nie- der.“12 Da sämtliche politischen Fragen von der Organisation der Produktion des materiellen Lebens ausgehen sollten, sind progressive politische Kämpfe, die sich nicht gegen die kapitalistische Pro- duktionsweise richten, langfristig folgenlos. So gibt man die politische Verantwortung nach den abgeschlossenen Tageskämpfen wieder an die Eigentümer der Produktionsmittel und somit an die Verwertungslogik des Kapitals ab, in der das Subjekt keine Rolle mehr spielt.

Gelänge es eine progressive Bewegung aufzubauen, die ihre sämtlichen politischen Anliegen gegen die Widerstände von Kapital und Staat durchzusetzen und zu behaupten im Stande wäre, käme das einer Vergesellschaftung der Produktionsmittel gleich bzw. wäre nur durch diese möglich. Nur eine kämpfende Arbeiterklasse mit ihren Verbündeten, die sich der Selbstbewegung des Kapitals entge- genstellt, ist in der Lage die Entwicklung zur faschistischen Herrschaftsform der bürgerlichen Gesellschaft zu verhindern und ihre Ursachen auszumerzen. Natürlich ist ein einfacher Vergleich zu dem Faschismus des 20. Jahrhunderts nicht einfach zulässig, aber die weltweite Rechte hat in den letzten Jahren einige große Etappensiege errungen und führt ihre verbrecherische Politik unbeirrt fort. Ein Großteil der Linken legt ihnen hierbei keine Steine in den Weg, eben weil sie historisch so schwach ist, da sie keinen Begriff mehr hat von Geschichte und Ökonomie und den daran geknüpf- ten Möglichkeiten, Gesellschaft zu verändern.

Auch heutige Rechte wehklagen ständig über „die Globalisierung“ oder „die Digitalisierung“, ohne deren Wurzel, die Eigentumsverhältnisse, anzutasten, womit sich eine neue ideologische Querfront auftut. Deshalb werden wir nicht kopflos gegen „die Digitalisierung“ als „das Übel“ vorgehen, son- dern uns an die durch praktische Tätigkeit gewonnene theoretische Einsicht von Karl Marx erin- nern:

„Seit der Einführung der Maschinerie bekämpft der Arbeiter das Arbeitsmittel selbst, die materielle Existenzweise des Kapitals. Er revoltiert gegen diese bestimmte Form des Pro- duktionsmittels als die materielle Grundlage der kapitalistischen Produktionsweise. [...] Die massenhafte Zerstörung von Maschinen [...] bot [...] den Vorwand zu reaktionärsten Gewalt- schritten. Es bedarf Zeit und Erfahrung, bevor der Arbeiter die Maschinerie von ihrer kapita- listischen Anwendung unterscheiden und daher seine Angriffe vom materiellen Produktions- mittel selbst auf dessen gesellschaftliche Exploitationsform übertragen lernt.“13

Fast 200 Jahre sind dafür genug Zeit. All jenen, die meinen man könne fortschrittliche Politik machen, ohne sich wissenschaftlich einen Begriff davon zu machen, wie das überhaupt gehen soll, bzw. welche Bedingungen dafür erfüllt sein müssen, halten wir entgegen, dass Phrasen die Welt nicht ändern können. Und allen, die meinen eine Notwendigkeit für kollektive Praxis gegen den Rechtsruck und andere kapitalistische Dynamiken sei gegenwärtig nicht erkennbar und „so schlimm wird es schon nicht kommen“, stellen wir die Frage, wirst du dafür Sorge tragen?

Über die Dringlichkeit klassenpolitischer Gewerkschaftsarbeit

Nach diesen Überlegungen stellen wir, die Junge GEW Darmstadt, uns die Frage: Wieso ist die materialistische Pädagogik nicht in Gewerkschaften präsent? Wieso gibt es immer weniger Schulungen, in denen der grundlegende Widerspruch von Lohnarbeit und Kapital erläutert wird?

Aus Kämpfen der Arbeiterklasse lernen wir: „Wissen ist Macht“. Gamm und Koneffke haben das Wissen über die Kritik der politischen Ökonomie mit Bildung in einen Zusammenhang gebracht und so den Studierenden die Theorie an die Hand gegeben, um eine wirkmächtige Praxis zu ermög- lichen. So haben Studierende beispielsweise in den 70er Jahren für die Errichtung von studentischen Tutorien gestreikt. Das notwendige Verständnis von politischer Ökonomie zum Begreifen von Gamms Texten erhielten die Studierenden zu dieser Zeit einerseits in den Gewerkschaften (haupt- sächlich in der IG Metall), andererseits in selbstorganisierten Lesezirkeln der verschiedenen Hoch- schulgruppen, die es im Unterschied zu heute verstanden, sich zu organisieren. Nur durch diese ökonomischen Grundkenntnisse konnten die Studierenden die Theorie auch in die Praxis umsetzen.

Worum geht es bei der materialistischen Pädagogik?

Gamm fordert für die Pädagogik „Parteilichkeit als Bildungsprinzip“14, es geht vor allem darum, Partei zu ergreifen für die Arbeiterklasse, denn, so betont Konneffke: „Eine Gesellschaft, die von der Ausbeutung der Lohnarbeitskraft lebt, ist eine Gesellschaft, die die Freiheit, die sie auf der anderen Seite allen garantiert, blockiert. Angemessene Aufklärung heute wäre die über diesen Tatbestand.“15

Wo ist diese Aufklärung in der Gewerkschaft heute?

Dass die bürgerliche Freiheit der Kapitalisten mit der Unfreiheit bzw. Unterdrückung der Arbeiter unmittelbar verbunden ist führt zu der Einsicht, dass Freiheit heute, unter kapitalistischen Produkti- onsverhältnissen nicht möglich ist. Die Befreiung der Menschheit von Lohnarbeit ist somit die Vor- aussetzung für Freiheit. Diese Unterdrückung ist möglich, weil die Produktionsmittel, Betriebe und Maschinen, immer noch in privater Hand sind. Die damit einhergehende vorherrschende Konkur- renz, sowohl unter den Kapitalisten, als auch unter den Arbeitern steht dem Gedanken der Solidari- tät unvereinbar gegenüber. Solidarität ist jedoch das, was die Arbeiterklasse und die Gewerkschaf- ten sich international auf die Fahne schreiben. Es ist an der Zeit, mit diesem Anspruch ernst zu machen!

Deshalb fordern wir als Junge GEW Darmstadt den DGB und alles Einzelgewerkschaften dazu auf, die kritisch materialistische Pädagogik in die Weiterbildungsangebote für Referenten und Teamer verpflichtend aufzunehmen.

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Aktuell
news-311 Tue, 02 Apr 2019 12:59:59 +0200 Ein Europa für Alle https://www.gew-suedhessen.de/home/details/311-ein-europa-fuer-alle/?tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&cHash=09fb5848004dc12ee889e8cb872d00ec Deine Stimme gegen Nationalismus! Sonntag, 19. Mai 2019, Großdemos in den Städten Europas

Die Europawahl am 26. Mai 2019 ist eine Richtungsentscheidung über die Zukunft der Europäischen Union. Nationalisten und Rechtsextreme wollen mit ihr das Ende der EU einläuten und Nationalismus wieder groß schreiben. Ihr Ziel: Mit weit mehr Abgeordneten als bisher ins Europaparlament einzuziehen. Wir alle sind gefragt, den Vormarsch der Nationalisten zu verhindern!

Wir halten dagegen, wenn Menschenverachtung und Rassismus gesellschaftsfähig gemacht werden sollen. Wir appellieren an alle Bürger*innen Europas: Geht am 26. Mai wählen – tretet ein gegen Nationalismus und für ein demokratisches, friedliches und solidarisches Europa!

Gemeinsam sagen wir: Die EU muss sich ändern, wenn sie eine Zukunft haben will. Wir streiten für unsere Vision eines anderen Europas. Unser Europa der Zukunft verteidigt Humanität und Menschenrechte; steht für Demokratie, Vielfalt und Meinungsfreiheit; garantiert soziale Gerechtigkeit und treibt einen grundlegenden ökologischen Wandel und die Lösung der Klimakrise voran.

Sei mit dabei, wenn wir am 19. Mai europaweit mit zehntausenden Menschen gleichzeitig auf die Straße gehen! Für die Zukunft Europas, gegen Nationalismus!

 

weitere Infos unter: https://www.ein-europa-fuer-alle.de 

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Aktuell
news-310 Tue, 02 Apr 2019 12:53:57 +0200 Abitur 2019 – Der ganz normale Wahnsinn?!! https://www.gew-suedhessen.de/home/details/310-abitur-2019-der-ganz-normale-wahnsinn/?tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&cHash=dc8a83902880917ce4112dd817a0e95e Keine Osterferien für zeitaufwendige Korrekturen und Gutachten! Das Kultusministerium sieht weg! Da Ostern in diesem Jahr sehr spät liegt, beginnen die Osterferien entsprechend erst Mitte April. Dies verlängert nicht nur die „Durststrecke“ zwischen Winter- und Osterferien, sondern hat gepaart mit dem kurzen Schuljahr noch eine weitere, für viele Kolleginnen und Kollegen äußerst belastende Konsequenz: 

Die schriftlichen Abiturprüfungen müssen noch vor den Ferien von den Erst- an die Zweitkorrektoren weitergegeben werden. Den Prüferinnen und Prüfern steht in diesem Durchlauf erstmals nicht die Ferienzeit zur Verfügung, um die zeitaufwendigen Korrekturen zu erledigen und die individuellen 
Prüfungsgutachten zu erstellen. Dies muss in diesem Jahr parallel zum laufenden Unterricht geschehen und kann daher nur an Nachmittagen, Wochenenden und in Nachtschichten erledigt werden.

Dieser Beitrag ist zuerst erschienen beim GEW Kreisverband Hanau.

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Aktuell
news-309 Fri, 29 Mar 2019 11:54:36 +0100 Hessenweiter Warnstreik im Landesdienst https://www.gew-suedhessen.de/home/details/309-hessenweiter-warnstreik-im-landesdienst/?tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&cHash=38bd979557bbf226a756ba4ae24ed6e1 Beschäftigte fordern 6 Prozent mehr Gehalt! Pressemitteilung der GEW Hessen vom 26.03.2019

Frankfurt (GEW): Bei den Warnstreiks der Beschäftigten des Landes Hessen sowie der Goethe-Universität und der TU Darmstadt traten heute hessenweit Angestellte  in den Ausstand. Zum gemeinsamen Warnstreik der Gewerkschaften des öffentlichen Dienstes aufgerufen waren aus dem Bereich der GEW die tarifbeschäftigten Lehrkräfte des Landes sowie aus dem Hochschulbereich wissenschaftliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und studentische Hilfskräfte.

Die GEW und die anderen Gewerkschaften des öffentlichen Dienstes verlangen in der Tarif- und Besoldungsrunde 2019 vom Arbeitgeber Land Hessen eine Anhebung der Einkommen um 6 %, mindestens um 200 Euro monatlich bei einer Laufzeit von 12 Monaten.  

Regionale Streikkundgebungen mit insgesamt rund 3.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern fanden in Marburg, Wiesbaden, Kassel und Darmstadt statt. Bei der Versammlung in Kassel bekräftigte Birgit Koch, Vorsitzende der GEW Hessen, die gewerkschaftlichen Forderungen: „Seit Jahren hat der öffentliche Dienst ein Problem, qualifizierte junge Fachkräfte zu gewinnen. Der Lehrkräftemangel nimmt in Hessen besorgniserregende Formen an, es fehlen Lehrerinnen und Lehrer an Grundschulen und Förderschulen. Es fehlen seit zwei Jahrzehnten qualifizierte Berufsschullehrerinnen und lehrer. Das liegt nicht nur am guten Arbeitsmarkt und auch nicht nur daran, dass die Länder wider besseres Wissens über Jahre zu wenige Lehrkräfte ausgebildet haben. Das liegt auch daran, dass die Arbeitsbedingungen im Schulbereich in anderen Bundesländern attraktiver sind. Für die Attraktivität spielt die Bezahlung eine wichtige Rolle, aber auch die Arbeitszeit. In Hessen gilt für die Lehrerinnen und Lehrer und auch alle anderen Beamtinnen und Beamten immer noch die 41-Stunden-Woche.“

Die Gewerkschaften fordern im Rahmen der Tarifrunde 2019 auch die Aufnahme der studentischen und wissenschaftlichen Hilfskräfte in den Geltungsbereich des Tarifvertrags TV-Hessen. Dazu erklärte die Vorsitzende der GEW Hessen, Maike Wiedwald, bei der Kundgebung in Wiesbaden:  „Diese Gruppe umfasst viele Tausend Beschäftigte an den Hochschulen, für die keinerlei tarifrechtliche Regelungen gelten. Die Arbeitsbedingungen dieser Gruppe unterscheiden sich von Hochschule zu Hochschule und die Bezahlung schwankt um bis zu 30%. Das ist ein Skandal. Wir wollen den TV-H für Hilfskräfte nicht irgendwann, sondern jetzt!“

Ein weiteres riesiges Problem an den Hochschulen sei, so Wiedwald weiter, das ausufernde Befristungsunwesen. „Hier muss endlich etwas passieren.  90% und mehr der Verträge im Wissenschaftsbereich sind befristet. Und hier rede ich noch nicht einmal vom Drittmittelsektor! Daueraufgaben müssen endlich von Beschäftigten wahrgenommen werden, die auch dauerhafte Arbeitsverträge haben. Wir haben als Gewerkschaften im vergangenen Herbst einen konkreten Vorschlag vorgelegt, wie man die Befristungsquote Stück für Stück reduzieren kann. Das Land Hessen ist darauf nicht eingegangen, hat aber auch  keinen substantiellen Gegenvorschlag gemacht. Getan wird so aber nichts! Das ist unverantwortlich und muss sich ändern!“

Die Gewerkschaften verlangen zudem, das Tarifergebnis zeit- und wirkungsgleich auf die Beamtinnen und Beamten zu übertragen.

Hessen ist seit eineinhalb Jahrzehnten nicht mehr Mitglied des Arbeitgeberverbandes, der „Tarifgemeinschaft deutscher Länder“ (TdL). Für alle anderen Bundesländer wurde bereits am 2. März 2019 eine Tarifeinigung in Potsdam erzielt.  Für die Landesbediensteten in Hessen wird am 28./29. März 2019 voraussichtlich abschließend im südhessischen Dietzenbach verhandelt.

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news-308 Wed, 27 Mar 2019 09:49:53 +0100 Kundgebung in Darmstadt und Marburg https://www.gew-suedhessen.de/home/details/308-kundgebung-in-darmstadt-und-marburg/?tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&cHash=e73d9de14c97ab59f20fab345ba90315 Streikerfassung und Streikfrühstück in Frankfurt und Wiesbaden

Hessenweiter Warnstreik im Landesdienst

Vor der Kundgebung in Wiesbaden hatte die GEW die Streikteilnehmerinnen und Streikteilnehmer aus Frankfurt und Umgebung zu einem Streikfrühstück und zur Streikerfassung ins DGB-Haus Frankfurt eingeladen. Kolleginnen und Kollegen aus Wiesbaden, Groß-Gerau, Main-Taunus, Darmstadt, Dieburg, Bergstraße, Odenwald und Untertaunustrafen sich vor der Kundgebung in Wiesbaden zum Streikfrühstück im Kesselhaus Wiesbaden.

Die Streikteilnehmenden der Goethe-Uni Frankfurt trafen sich in der Goethe-Uni zu einem Streikfrühstück, um gemeinsam zur zentralen Kundgebung nach Wiesbaden zu fahren.

Beschäftigte der TU Darmstadt und der Fachhochschule Darmstadt nahmen an einer Kundgebung in Darmstadt teil. Auch für in Marburg demonstrierten GEW-Mitglieder für einen angemessenen Abschluss des Tarifvertrags. Die Verhandlungen zum Tarifvertrag Hessen zwischen Gewerkschaften und dem Land Hessen beginnen in zwei Tagen (28. März) in Dietzenbach.

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